Pflicht zur Pflegezusatzversicherung – ein Ansatz?
Laut einer Umfrage der DEVK Versicherungen glauben 84 Prozent der Bundesbürger nicht daran, dass die gesetzliche Pflegeversicherung zukunftsfähig ist. Mehr noch: Bereits jetzt befinden demnach 70 Prozent der Bevölkerung die Leistungen der Versicherung als ungenügend. Ist die Verpflichtung zur Pflegezusatzversicherung dabei eine gute Idee?
Die DEVK Versicherungen haben kürzlich eine bundesweite Umfrage beauftragt, für die etwa 1000 Bundesbürger repräsentativ befragt wurden. In puncto Pflegeversicherung soll diese ergeben haben, dass 84 Prozent der Befragten nicht an die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Pflegeversicherung glauben. Damit stehen sie nicht allein da, seit Jahren raten Experten dringend zur Überarbeitung der gesetzlichen Pflegeversicherung und zur Anhebung der derzeit vergleichsweise geringen Beiträge.
Die ersten Lösungsansätze der aktuellen Regierung zu der nicht einfachen Thematik hörten sich simpel an: Zuerst einmal eine Pflicht zur privaten Pflegezusatzversicherung einführen, dann schrittweise den derzeit noch ans Gehalt gekoppelten Beitrag in einen reinen Arbeitnehmerbeitrag auf Pauschalbasis einführen. Die damals von Merkel und Co gemachten Pläne zur Pflegeversicherung stießen damals nicht von allen Seiten auf Gegenliebe, vielfach wurden sie als unsozial bezeichnet.
Wie die aktuelle Umfrage der DEVK zeigt, könnte aber ein Teil der Bürger sehr wohl zumindest für Schritt eins der Umstrukturierung zu haben sein. 94 Prozent haben demnach Angst, die heute schon von vielen für zu gering empfundenen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung im Ernstfall womöglich nur durch die Verpflichtung der Angehörigen ergänzen zu können. Eine Belastung, die nicht selten sogar mehrere Jahrzehnte in nicht unerheblicher anhalten kann.
Daher sollen sich 40 Prozent der Bundesbürger laut der Umfrage nicht nur für die Pflicht zur privaten Pflegezusatzversicherung aussprechen, sondern diese sogar fordern. Ob das ein guter Ansatz ist, und wie es mit der Diskussion um die ständig steigenden Pflegekosten weitergehen wird, wird sich zeigen. Wer sich heute schon gegen den möglichen eigenen finanziellen Ruin und den der Familie absichern will, fährt mit einer Pflegezusatzversicherung wahrscheinlich ganz gut. Schließlich soll das Pflegefallrisiko regelmäßig unterschätzt werden und jeder fünfte Pflegefall noch kein Rentner – sagt die DEVK.
